Workshops

Grundausbildung für Anfänger

Workshop 1

Grundausbildung Kurs 1

Dr. ed. J. Philip Zindel,
Dr. ed. Bettina Kleeb,
Dr. ed. dent. Ute Stein,
Dr. med. Eva Albermann (Assistentin)

  • Einführung in die medizinische Hypnose
  • Definition und Geschichte der Hypnose
  • Korrektur von Mythen und Fehlschlüssen über Hypnose
  • Induktion: Demonstration und Kleingruppenpraxis
  • Lernen in Trance
  • Indikationen für Hypnose

Workshops für Fortgeschrittene

WS 2

Die Tonglen Praxis – Synergismus zwischen Achtsamkeitsmeditation und hypnotischer Trance

Dr. med. Urs Aemissegger, 
Caroline Holländer, Psychologin M.Sc. 
FSP & lic.oec.HSG

Immer wieder werden wir ausgebremst, erschreckt oder hilflos angesichts dessen, was uns begegnet. Krankheiten, Grausamkeiten, Ungerechtigkeiten, Ängste, der Tod. Was dann? In solchen Momenten innezuhalten eröffnet uns Raum. Die aus dem tibetischen Buddhismus stammende Tonglen Praxis ist eine Möglichkeit, in diesem Raum bewusst zu sein. Sie rückt Liebe und Mitgefühl in den Mittelpunkt. Dabei werden das eigene Leid und das Leid der «Anderen» nicht ignoriert sondern achtsam vergegenwärtigt und gleichzeitig mittels Kultivierung der eigenen Herzenskraft transformiert. Die Tonglen Praxis beinhaltet gleichermassen Elemente der Achtsamkeitsmeditation («wahrnehmen») als auch der hypnotischen Trance («annehmen und transformieren»): Leid annehmen und Mitgefühl aussenden – und nicht in Aktivismus verfallen. In diesem erfahrungsorientierten Workshop vermitteln wir Einblicke und Anwendungsmöglichkeiten dieser jahrtausendealten Methode. Wir üben an und mit uns, dem Gegenüber und der Um-Welt, damit wir die ansteckende und wohltuende Geisteshaltung des Mitgefühls unmittelbar und verstärkt nach aussen tragen können.

WS 3

»Von der Problemtrance zur Hoffnungstrance: die Arbeit mit chronisch körperlich kranken Menschen«

Martina Berchtold, Diplompsychologin FSP, zertifizierte Hypnosetherapeutin (DGH) und zertifizierte Psychoonkologin

Patienten, die mit einer schweren körperlichen Krankheit konfrontiert werden, befinden sich nicht selten in einer Problemtrance. Unsere Kunst besteht darin, die darin enthaltenen Ängste und Befürchtungen aufzugreifen, sie zu modulieren und im besten Fall produktiv zu nutzen, auch im Sinne einer »posttraumatic growth«. Bedeutsam an dieser Arbeit sind der Einbezug von Angehörigen und Kindern und die Anleitung des Patienten zum selbstfürsorglichen Handeln. Wichtig dafür ist auch eine Reflektion unserer eigenen Haltung zu Themen rund um unsere Endlichkeit. Dieser Workshop ist für alle, die sich trauen, mit Humor und Kreativität sich diesem (vermeintlich) schweren Thema zu widmen. Theoretische Inputs aus der aktuellen Forschung wechseln sich mit Übungen aus unserem hypnotherapeutischen und psychoonkologischen Werkzeugkasten ab.

WS 4

Intuitives Nutzen von Trance bei Kindern und Erwachsenen mit Angst oder Schmerz

Prof. Dr. med. dent. Christian E. Besimo, 
Dr. med. dent. Ruth Besimo

Dieses Seminar möchte das Vertrauen in die eigene Intuition stärken mit dem Ziel, bisher nicht erkannte persönliche Ressourcen für die kreative Trancearbeit bei Angst und Schmerz in der somato-interventionellen Praxis oder in der Pflege zu entdecken. Die Teilnehmenden erhalten die Gelegenheit, anhand vorgegebener oder selbst mitgebrachter Fallbeispiele in der Diskussion und vor allem in praktischen Übungen die Kraft der eigenen Intuition lösungsorientiert einzusetzen. Gemeinsam erarbeiten wir einen Kontext, der den intuitiven Zugang zur Hypnose fördert und unmittelbar in den eigenen Praxisalltag integriert werden kann.

WS 5

Frauen und ihre Göttinnen

Dr. med. Simona Zahradnicek, Dr. med. Erika Colombo

«Vor langer, langer Zeit, an der Schwelle wo das Matriarchat ins Patriarchat hüpfte, wussten die Menschen noch um die Göttinnen und liessen sie den Olymp bevölkern. Die Griechischen Göttinnen sind wunderbare Metaphern für Frauen, die uns in der Hausarztpraxis und privat regelmässig begegnen. Die Patientin die ihre kranke Mutter zu Hause pflegt, kann im Kontakt mit Persephone ihre Tochterrolle überdenken. Die Studentin mit Schlafstörungen vor Prüfungen bedarf der inneren Athene. Die betrogene Gattin die unter Luftnot leidet, holt sich Rat von Hera. Die rebellische Teenagerin die den Tieren zu liebe eine extreme Ernährung wählt, steht im Zeichen von Artemis. Demeter in uns, die in der Mutterrolle aufgehen will, kann im argen Konflikt mit der kreativen Aphrodite stehen, was Bauchschmerzen bewirkt. Schreitet die Zeit fort kann Hestia helfen, die körperlichen Veränderungen der Menopause zu überwinden. In dem Workshop kann jede Teilnehmerin in Trance ihren eigenen Tempel bauen und die sieben Göttinnen mit ihren Stärken und Schwächen kennenlernen. Wir nehmen in Gruppentrancen Kontakt zu ihnen auf und aktivieren was zu aktivieren ist und deaktivieren was zu deaktivieren ist.»

WS 6

Kleingruppensupervision für den FA

Dr. med. Gaston Dunkelmann

Auf dem Weg zum Fähigkeitsausweis in medizinischer Hypnose SMSH sind 20 Stunden Supervision vorgeschrieben. Davon können 10 Stunden in Kleingruppen bis max. 5 Personen absolviert werden. Die Teilnehmer bringen Fälle aus der eigenen Praxis mit. Diese werden wir gemeinsam bearbeiten und dabei die mannigfaltigen therapeutischen Möglichkeiten der klinischen Hypnose kennen lernen. Besonders werden wir auch auf die hypnotisch mobilisierbaren Ressourcen achten, die eine Gruppe zur Verfügung stellen kann. Diese Kleingruppensupervision ist für alle KollegInnen geeignet, die mit Hypnose schon in der Praxis arbeiten und sich in Hypnotherapie weiterentwickeln möchten.

WS 7

»Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.« Der Nutzen von Sprachlichen Bildern!

Dr. med. Gabriele Emmerich

Suggestionen und Hypnotherapeutische Kurz-interventionen und die Verwendung von Worten, die innere Bilder produzieren werden hauptsächlich in diesem Kurs geübt. Der Nutzen sprachlicher Bilder: Viele Patienten fühlen sich überfordert, wenn sie auf abstrakte Weise mit psychotherapeutischen Inhalten konfrontiert werden. Eine Verständigungshilfe ist das Paradigma, das Beispiel, das sprachliche Bild oder die orientalische Geschichte und stellt so in einer Form innerseelische, zwischenmenschliche oder allein gesellschaftliche Konflikte dar und bietet Lösungsmöglichkeiten an. Das mythologische Paradigma verhilft zu einem distanzierten Verhältnis den eigenen Konflikten gegenüber. Die Geschichte wird zum Spiegel. Wir erläutern und üben interaktiv die multiplen Ebenen (Erickson, Rossi) von Bedeutung und Kommunikation durch Witze, Wortspiele, Metaphern, Weisheitssprüchen und orientalischen Geschichten (Peseschkian). Mit Beispielen psychosomatischer Erkrankungen des Auges (chronische rezidivierende Entzündungen, Augeninnendruckschwankungen, traumabedingte Sehstörungen) und des Herzens ist dies ein Workshop von Praktikern für Praktiker und letztendlich eine Oase der Entspannung!

WS 8

Lernverbesserung mit Hypnose

Dr., Dipl. Psych. Hans-Christian Kossak

Lernen ist ein störanfälliger Prozess von Aufnehmen, richtigem Abspeichern und Lagern im Gehirn und richtigem Abfragen mit Wiederfinden im Speicher und letztlich angemessenem mündlichem und schriftlichem Verarbeiten. Der Seminarleiter befasst sich seit vielen Jahrzehnten mit der Theorie und Praxis des Lernens in Verbindung mit Hypnose. Das Seminar umfasst Hypnosemethoden, Neuropsychologie, Lerntheorien und Lerntherapie zur Lernverbesserung. Vorgestellt, demonstriert und geübt werden dazu Suggestionen z. B. bei geringer Lernmotivation, Lernbeeinträchtigung, Lern- und Leistungsstörungen. Bekannt ist sein Buch «Lernen leicht gemacht»; das Seminar befasst sich darüber weit hinausgehend intensiv mit dem Nutzen von zahlreichen Hypnose-Interventionen.

WS 9

Die Klangreise – The Sound Journey

Dr. phil., Dipl. Psychologe Johannes Oehlmann

Klangreisen sind eine moderne Verbindung von Hypnose und Musiktherapie. Gleichzeitige, aufeinander bezogene verbale und klangliche Aspekte der Tranceinduktion erleichtern den Zugang zu unbewussten Bewusstseinsschichten. Tiefgehende organismische Entspannung sowie bildhafte Tranceprozesse können erlebt und therapeutisch utilisiert werden. Ursprüngliche Instrumente werden seit alter Zeit zur Begleitung von inneren Reisen benutzt. Die Instrumente achtsam zu spielen kann zudem, und angesichts einer zunehmend komplexen Umwelt ein nützlicher Wirkungsaspekt sein und zu Einfachheit und Zentrierung führen. Ausgehend von Selbsterfahrung üben wir in der Triade von Handwerk, Beziehung, und Instrument. Ich lade ein zu einer entspannenden Reise mit Klängen und gebe Anleitungen zu vielfältigen praxisbezogenen Einsatzmöglichkeiten.

WS 10

Mysterium Kind

Dr. med. dent. Michelle Perg, Dr. med. dent. Juliane Erb

Mit diesem Workshop soll den Teilnehmern ein Einblick in den Praxisalltag mit Kindern gegeben werden. Was ist das Besondere bei der Hypnose mit Kindern? Neben allgemeinen Grundlagen der Verhaltensführung, einem Überblick über die zahnärztlich/ärztlich relevanten Grundlagen der Entwicklungspsychologie stellen wir uns die Frage, wie wir es schaffen mit Spongebob, Elsa und Nemo die verschiedenen Kompetenzen und Bedürfnisse der Kinder zu sehen und einen altersentsprechenden und zeitgemässen Rapport zu den kleinen Patienten herzustellen? Wie kann ich die Begleitperson gewinnbringend mit in die Zahnarztbehandlung einbeziehen und wie kann ich liebevoll Grenzen setzen, wenn es mal herausfordernd wird, um zu einem guten Gelingen einer Behandlung, auf allen Seiten, beizutragen?

WS 11

Erholung fürs Ich – Hypnosystemische Selbststeuerung

PD Dr. med. Uwe Ross

Hintergrund: »Am liebsten bin ich ganz ich selbst, aber ich komme so selten dazu.« – Arbeitslast und Zeitdruck fordern unsere Ich-Instanz und generieren nicht selten Stress-Folgestörungen als Ausdruck einer Ich-Erschöpfung. Im Workshop werden Interventionen vermittelt, die den raschen Zugang zum Selbst und die Ausrichtung unwillkürlich-automatischer Erlebnisprozesse erlauben, um öfter »Ganz-man-selbst« zu sein. Hypnose wird als Mittel einer freiheitsorientierten Selbststeuerung erfahrbar, die das Ich entlastet, die Selbst-Resonanz und die Ich-Selbst-Kooperation fördert und einen Zustand von Mühelosigkeit kultiviert. Lernziele: Sie erleben wirksame Kurzinterventionen auf der Basis eines neurobiologischen Modells der Selbststeuerung aus Hypnose, Health-NLP u. a. Ablauf: Kurz-Input zur Arbeit, Demonstration, praktische Übungen Didaktische Mittel: Live-Demonstration, Partner-/Gruppenübungen

WS 12

»Mit dem Herzen sehen« – »Wahrnehmung versus Vorstellung!«

Dr. med. Olivier Ryhiner

Viele traditionelle Techniken der Tranceinduktion und des »Trance-Drehbuchs« basieren auf vernünftigen, also kognitiven Vorstellungen des Therapeuten und des Klienten. Dies kann leicht zu Inkongruenzen der Vorstellungswelten beider Beteiligten führen. Alternative dazu könnte eine Wahrnehmung sein, die man am besten als »Sehen mit dem Herzen« beschreiben würde: Das »Gespür«, »The Felt Sense«, das »Nonverbale Gewahrsein«. Erst wenn Kognition und Gespür zwischen Klienten und Therapeuten im Einklang sind, kommt es zum Phänomen der Resonanz, der Conditio sine qua non von jeder erfolgreichen Hypnosetherapie. In diesem Workshop werden wir mit vielen Übungen versuchen, diese Resonanz zu stärken und weiter zu entwickeln.

WS 13

»Staunen und Intuition im Selbstheilungsnarrativ üben«

Dr. med. Walter Schweizer, Ph. D. Gary Bruno Schmid

Staunen als Wegbereiter der Intuition in der Begegnung im hypnotischen Kontext. Anwendung von Hoffnung fördernden Hypnose-Techniken beim Aufbau eines bewusstseinsmedizinischen Selbstheilungsnarrativs unter Berücksichtigung von Ericksons Therapieansatz, der Resilienz-Forschung und Salutogenese. Erstes Ziel ist es, sich in praktischen Übungen dem Staunen zu öffnen und damit die Intuition zu fördern. Dann wollen wir den TeilnehmerInnen einen Einblick in die hypnotherapeutische Arbeit mit dynamisch geführten Vorstellungen bei der Salutogenese sowie bei somatischen Störungen und chronischen Schmerzen geben. Die praktischen Methoden stützen sich auf evidenzbasierte Elemente der Hypnose, der Entspannungs- und Stressreaktionen, der Algesiologie und der Psychoneuroautoimmunologie.

WS 14

»Klopfen« (EFT) und Hypnose

med. prakt. Christine Solanki

Einführung in die energetische Klopfstimulation, Arbeit mit Selbstaffirmationen und Stimulation von anderen Hirnarealen, u. a. durch Augenbewegungen. Ich erlebe das ‚Klopfen’ als enorme Bereicherung in der psychotherapeutischen Arbeit durch Einbezug des Körpers. Es ist sehr wirksam bei Erregungszuständen (Ängsten, Phobien, Wut, Verzweiflung, posttraumatisch), bei körperlichen Beschwerden (Schmerzen etc.), Alpträumen oder zur Leistungssteigerung. Es fördert die differenzierte Selbstwahrnehmung bezüglich Körper, Gefühl, Gedanken, spontane Impulse. Das Beklopfen der Akkupunkturpunkte löst eine Entspannungsreaktion im Körper aus und dadurch ein verändertes Erleben des Problems. Häufig lässt sich das Problem völlig auflösen. Es wirkt häufig überraschend, sehr rasch und nachhaltig. Das beklopft-werden und der Fokus auf das Problem, die Selbstbeobachtung, bewirkt meist einen heilsamen Trancezustand.

WS 15

Die emotionalen Spätfolgen von Mobbing hypnotisch behandeln

Dr. med. Christian Ziegler

Laut breit angelegter Studien betrifft Mobbing bis zu 30 % aller Kinder oder Jugendlicher, und in der Gesamtzahl aller Depressionen im jungen Erwachsenenalter ist früheres Mobbing in einem Drittel aller Fälle der auslösende Hauptfaktor. Dazu gesellt sich weit verbreitetes Mobbing in der Arbeitswelt. In der kontextuellen Entstehung von Mobbing spielen unter anderem eine ungenügende Konfliktkultur und Ablehnung der Andersartigkeit eine wichtige Rolle. In vielen meiner Therapien entstand eine dramatische Wende zu mehr Authentizität, nachdem ich äusserst einfühlsam frühere Mobbing-Erlebnisse nachgefragt habe. In der hypnotischen Bearbeitung der Spätfolgen spielen Gefühle der existentiellen Verunsicherung, des körperlichen Unwohlseins und des hoffnungslos frustrierten Verlangens eine wichtige Rolle. Wir bearbeiten diese drei Emotionen hypnotisch und meditativ und setzen damit eine emotionale Rückkehr zum Selbst in Gang. Zur Wiederherstellung der Würde gehen Kritik/Klärung unglücklicher Kontextfaktoren der Mobbingdynamik und seelische Stärkung Hand in Hand.

WS 16

Hypnose in der Notfallsituation

Dr. med. Julia Schürch

Die meisten kennen und benutzen medizinische Hypnose in einer geplanten Sitzung oder zumindest im Rahmen einer Konsultation, idealerweise in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre. In diesem sehr praktisch orientierten Workshop wird gezeigt, dass Hypnose auch in einer Notfallstation oder Notfallsituation hilfreich und erfolgreich angewendet werden kann, unabhängig von der medizinischen Fachrichtung. Der Ansatz und die Techniken müssen der Situation angepasst werden, darum werden verschiedene Techniken präsentiert und deren Anwendung diskutiert, aber vor allem auch praktisch geübt. Eine Diskussion über Fallstricke und Limitationen wird den TeilnehmerInnen helfen, medizinische Hypnose auf eine sichere Art und Weise im Notfall anzuwenden. Nebst kurzen theoretischen Präsentationen werden in verschiedenen Situationen die unterschiedlichen Techniken und Methoden praktisch geübt. Der Workshop ist so gestaltet, dass, soweit möglich auch individuell abgestimmt, ganz realistische Situationen kreiert werden, in denen die Teilnehmenden das Gehörte üben können.

Grundausbildung für Anfänger

WS 17

Grundausbildung Kurs 2

Dr. ed. J. Philip Zindel,
Dr. ed. Bettina Kleeb,
Dr. ed. dent. Ute Stein,
Dr. med. Eva Albermann (Assistentin)

  • Vertiefung der Trance
  • Stadien der Hypnose
  • Hypnotische Phänomene
  • Theorie
  • Demonstrationen und Kleingruppenpraxis

Workshops für Fortgeschrittene

WS 18

ICH-Stärkung

Dr. med. Susan Balogh

Das Konzept der Ich-Stärkung (»Ego-strengthening«) wurde in den 70er Jahren von Hartland bekannt gemacht, und bestand aus allgemein unterstützenden Suggestionen mit der Begründung, dass nur wenige Patienten bereit wären ihre Symptome loszulassen bevor sie sich genügend stark und zuversichtlich fühlten ohne sie auszukommen. Im Grunde genommen können alle Methoden, welche das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen der Patienten steigern bzw. unterstützen, als ich-stärkend verstanden werden. Der Einsatz von ich-stärkenden Techniken in der Hypnosetherapie bietet die Vorteile der erhöhten Suggestibilität der Patienten im Trancezustand und die Möglichkeit, das Unbewusstsein in der Suche nach und Mobilisation von Ressourcen einzuspannen. Ich-stärkende Übungen können bei fast allen Indikationen zur Hypnosetherapie mit positiven Effekten eingesetzt werden. In diesem Workshop werden mehrere nützliche Beispiele vorgeführt und in Kleingruppen geübt.

WS 19

Archaische Trancesprache und ihre therapeutische Anwendung

Prof. Dr. rer. nat., Dipl.-Psych. Walter Bongartz

Über Zeiten, Kontinente und Kulturen hinweg hat sich eine immense Vielfalt an Tranceritualen entwickelt, denen trotz ihrer Unterschiedlichkeit zwei Invarianten gemein sind. 1. Die Grundstruktur der Trancesprache ist in allen Kulturen dieselbe. 2. Trance wird überwiegend zur Emotionsregulation eingesetzt. An den Interventionen in Trance ist das traditionelle »Ich« in der Regel nicht beteiligt (Entlastung des Ich). In modernen Psychotherapien hingegen ist das »Ich« gefordert, manchmal überfordert. Es muss Zusammenhänge einsehen, es muss Expositionen durchstehen, es muss den Verdrängungswiderstand aufgeben etc. Im Kurs wird das ich-entlastende Behandlungsprinzip der »archaischen Psychotherapie« anhand praktischer Beispiele, Demonstrationen und Übungen vermittelt und gezeigt, wie sich archaische Interventionen mittels der modernen Trancesprache in der heutigen psychotherapeutischen Arbeit effektiv verwirklichen lassen.

WS 20

Die hypnotische Kraft der einfachen Emotionen: Hypnotische 
Gefühlsmeditation (HGM) 
in der Grundversorger-Praxis

med. prakt. Christian Boesch, Dr. med. Christian Ziegler

Die HGM erleichtert dank ihrer Schlichtheit den speditiven Einstieg in die Hypnose. Bei psychosomatischen und emotionalen Störungen gelangt der Patient schnell auf eine persönlich-bedeutsame Ebene. Die einfachen Emotionen Eifersucht, Beleidigt Sein, Rache, Schuld oder Hass werden erlaubt, zugelassen aber nicht ausagiert. Abgeschwächt verwandeln sie sich hypnotisch in wesentliche Ressourcen – und führen zu mehr innerem Frieden und Spannungsabbau. Im Workshop stellen wir diese Emotionen vor und beüben einige in ihrer hypnotischen Umwandlung mit dem Ergebnis von mehr emotionaler Kompetenz. Die Klänge und Texte aus Mozarts Zauberflöte untermalen das emotionale Erlebnis, das in der Zauberflöte metaphorisch zur Initiation in liebevollere Gestimmtheit mündet.

WS 21

Workshop Hypnose in der Literatur; Teil A (Teil B Workshop Samstag, siehe WS 36)

Thomas Mann: Mario und der Zauberer (Erstausgabe 1930) Deutsch Peter Sloterdijk: Der Zauberbaum (Erstausgabe 1985) Deutsch

Dr. med. Marcel Bühler

Als hypnotherapeutisch Tätige sind wir immer wieder konfrontiert mit Vorstellungen und Meinungen über Hypnose, die unsere Arbeit nicht immer einfach machen. In den Ausbildungs-Curricula und Lehrbüchern wird der Geschichte der Hypnose eine mehr oder weniger grosse Bedeutung zugemessen. Am Beispiel von drei Erzählungen (zwei auf Deutsch, eine auf Englisch) soll versucht werden, die hypnotischen Phänomene, die gegenseitigen Erwartungen von Hypnotiseur und Hypnotisand, die Bedeutung von Macht und Ohnmacht, mögliche Gefahren und Risiken für Hypnotisand und Hypnotiseur zu reflektieren. Was können wir aus der Belletristik über das Wesen der Hypnose in der heutigen Zeit lernen und in unserer Tätigkeit anwenden? Teil A und Teil B gehören zusammen.

WS 22

Arbor vitae – Dein Lebensbaum

Dr. med. Marion Christoph

Wir wollen in einem ersten Teil dem – wie es uns hier in Europa erscheint – neuen Trend der »Wald-Medizin« oder japanisch Shinrin-yoku »auf die Wurzel fühlen« und erfahren, dass und wie Bäume uns gesund und schlau machen. Wir spüren Mythen um Bäume nach; dies in tranceangereicherter Atmosphäre. So beginnen wir mit einer Baumtrance und lernen »unseren« Baum kennen. Nach der Mittagspause werden wir – ausser bei Sturm und Hagel – in wetterfester Kleidung bis zur Kaffeepause ein kleines Waldstück aufsuchen, um in Kleingruppen Achtsamkeit vor Ort zu üben. Zurück im Kursraum ist es Zeit, das in Achtsamkeit im Wald Entdeckte nun hypnotisch zu vertiefen, um in die Unterhaltung und den Austausch mit verschiedenen Aspekten der eigenen Persönlichkeit zu kommen. Ziel des Kurses ist die Erfahrung von innerer Kommunikation und Stabilisierung durch die seit Urzeiten erkannte Metapher des Baumes. Das können wir unseren Patienten massgeschneidert vermitteln und sie ermutigen ihren Lebensbaum zu finden.

WS 23

Hypnotherapeutische Aspekte der Behandlung chronischer Schmerzen

Dr. med. Hansjörg Ebell

Chronische Schmerzen – eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten. Aus hypnosystemischer Perspektive gilt es, Ressourcen (Copingfähigkeiten, Selbstkompetenz) zu fördern, Hindernisse auf dem Weg zu Linderung und Heilung zu recherchieren und individuelle Entwicklungen zu fördern. Optimal ist eine Kooperation der TherapeutInnen als ExpertInnen für die Perspektive auf Schmerz als Symptom einer Krankheit (Pathogenese) und der PatientInnen als ExpertInnen für ihr Leiden an Schmerzen als Erfahrung, ihr krank sein. Neuropsychologisch: Das durch Schmerz, Stress und Ängste aktivierte Behavioral Inhibition System (BIS) braucht als Gegengewicht Impulse für das Behavioral Activation System (BAS). Eine Behandlung, die sich nur an Vermeidungszielen (Schmerz-»Bekämpfung«) ausrichtet, führt in einer Chronifizierungsspirale immer tiefer; stattdessen braucht es Annäherungsziele und Erfolgserlebnisse; Neuroplastizität ist sowohl Grundlage einer Chronifizierung wie auch von Rehabilitation und Heilung. (Lit.: Versch. Publikationen auf www.doktorebell.de)

WS 24

Vom Tempelschlaf bis Erickson – ein Parforceritt durch die Historie der Hypnose – mit praktischen Übungen

Dipl. Psych. Alexander Ernst

Die Anwendung von Trance ist wohl eines der ältesten therapeutischen Verfahren überhaupt. Schon in prähistorischer Zeit haben Menschen Zeremonien und Rituale gekannt, die suggestive Wirkung hatten. Spätere Beispiele sind das Orakel von Delphi oder der Tempelschlaf, bei dem Patienten aufgefordert wurden, Heilmittel für ihre Beschwerden zu träumen. Weiterhin werden uns einige illustre Figuren wie Franz Anton Mesmer, Begründer des animalischen Magnetismus vom Bodensee, oder der verdriesslich bei der Augenfixation dreinschauende Schotte James Braid begegnen. Ebenso wie die widerstreitenden Hypnoseschulen von Nancy und der des Hôpital de la Salpêtrière in Paris. Auch der für seine dramatischen Induktionen bekannte Abbé Faria, Freud und eine zwischenzeitlich erblindete junge Klaviervirtuosin werden uns beschäftigen .. Als ein- und gegebenenfalls weiterführende Literatur zu empfehlen: ELLENBERGER, HENRI F. (2011): Die Entdeckung des Unbewussten. Geschichte und Entwicklung der dynamischen Psychiatrie von den Anfängen bis zu Janet, Freud, Adler und Jung. Zürich: Diogenes Themenheft der Zeitschrift Hypnose und Kognition (HyKog) Band 17 (1 & 2) Oktober 2000: Zur Geschichte der Hypnose; herunterladbar als PDF bei der MEG-Stiftung unter: www.meg-stiftung.de

WS 25

Ein Tag mit Christine Glauser am Kaminfeuer

Dr. med. Christine Glauser, Moderation: Dr. med. J. Philip Zindel

Dieses Jahr können wir uns für den Workshop »Ein Tag mit .. am Kaminfeuer« auf Christine Glauser freuen. Wer kennt Christine nicht? Ihre heitere und dynamische Wesensart gepaart mit einer profunden Fachkenntnis machen sie seit vielen Jahren zu einer höchst beliebten Ausbilderin und Workshopleiterin. Sie ist Psychiaterin in eigener Praxis in Basel. Ihre Methode der «Zweiten Haut» ist mittlerweile sehr verbreitet. Sie interessiert sich seit je her für spezielle Fragen innerhalb und über den Tellerrand der Hypnose, wie beispielsweise Hypnose bei Borderline-Patienten, bei Prüfungsvorbereitung oder bei Tinnitus, oder für die Methoden von Brainspotting und Ego-state-Therapie. Nicht zuletzt ist natürlich zu erinnern, dass sich Christine über lange Jahre um die Redaktion des CH-Hypnose grosse Verdienste erworben hat. In Balsthal ist sie für Frühaufsteher daran zu erkennen, wie sie mit ihren zwei Wanderstöcken lange vor dem Frühstück in die Natur loszieht .. Das Konzept »Kaminfeuer« besteht darin, dass Sie für die Dauer eines Ganztagsworkshops mit besonders erfahrenen Ausbildern der SMSH Ihre Wünsche anbringen können, sie bei Demonstrationen erleben, Ihre Fragen stellen, persönliche Anekdoten erfahren, konkrete Fälle oder Situationen besprechen können, ohne durch ein gegebenes Workshopthema eingeschränkt zu sein. Das Programm entsteht also spontan zwischen Teilnehmern und Kursleiter. Bitte bringen Sie also konkrete Fälle und Fragen, oder einfach Ihre Neugier mit.

WS 26

Die Kunst des Therapeutischen Erzählens – Wie wir therapeutisch wirksame Metaphern und Geschichten finden, entwickeln und erzählen

Hammel Stefan, HSB, systemischer Therapeut, Hypnotherapeut und Autor

Erzählen ist von jeher ein zentraler Bestandteil von Hypnotherapie. Oft fehlt jedoch eine Orientierung gebende Systematik: Was wirkt an einer Metapher oder Anekdote? Wie entdecke ich eine nützliche Geschichte? Wie baue ich sie auf? Wie bette ich sie ein? Wie erzähle ich sie? Der übungs- und anwendungsorientierte Workshop vermittelt Techniken, um individuelle Geschichten in der Beratung spontan zu entwickeln und sie wach oder in Trance zu erzählen. Ziel ist es, Methoden zu vermitteln, um .. l wirksame therapeutische Geschichten für Patienten zu finden l passende Beispielgeschichten für spezifische Lebenssituationen zu erfinden l Problemmetaphern von Patienten in Lösungsmetaphern zu transformieren, die sie unwillkürlich in ihre Wirklichkeit reintegrieren.

WS 27

Überraschung durch Vorstellungskraft

Dr. med. Ursula Hanke, Ph. D. Gary Bruno Schmid

»Die Wiedererweckung des inneren Kindes mithilfe der Vorstellungskraft«. Wann waren wir das letzte Mal glücklich überrascht? Ziel des Workshops ist es, mit Hilfe von Phantasie und Hypnose positiv überraschende Ressourcen wieder zu erwecken und zu entdecken, damit wir sie zu Gunsten unserer grossen und kleinen Patienten in Form von intuitiven Geschichten und kleinen Zeichen anwenden können. Das hilft ihnen und uns den zuweilen anspruchsvollen und stressigen Alltag zu erleichtern, mit einer Prise Wunder aufzulockern und die damit verbundenen Herausforderungen zu verzaubern.

WS 28

Zahnärztliche Hypnose in Zusammenarbeit mit der Dentalassistentin

Dr. med. dent. Viviane Hurni Viviane

In der Zahnärztlichen Praxis ist die Ausübung der Hypnose eine Unterstützung oder eine Einleitung unserer eigentlichen Arbeit. Fachlich oder persönlich anspruchsvolle Patientenfälle sind oft nur in Zusammenarbeit mit einer hypnotisch ausgebildeten Dentalassistentin erfolgreich behandelbar. In diesem Seminar zeige ich verschiedene Möglichkeiten wie eine Dentalassistentin im zahnärztlichen Alltag erfolgreich in eine hypnotisch unterstütze Behandlung integriert werden kann und so zu einem wichtigen Element beim Erfolg der geplanten Behandlung wird. Speziell in der Kinderzahnmedizin und in der Chirurgie, den Bereichen in denen der Anteil von Angstpatienten grösser ist als anderswo, gibt es ein weites Einsatzgebiet für eine engagierte Dentalassistentin. Die Teilnahme mit der eigenen Dentalassistentin ist erwünscht und empfohlen. Der Kurs wird Französisch und Deutsch zweisprachig angeboten. (Auch Einsprachige sind willkommen)

WS 29

Schmerz und Angst

Dr. phil. Alexander Liatowitsch

In meinem diesjährigen Schmerz-Workshop möchte ich den Zusammenhang zwischen Schmerz und Angst thematisieren. Jeder Schmerz löst augenblicklich Angst aus. Umgekehrt kann Angst Schmerzen provozieren und sich negativ auf die Schmerzsituation auswirken. Da Hypnose ein sehr effektives Werkzeug in der Behandlung von Angst ist und gleichzeitig ein geeignetes Mittel für den Arbeitsprozess am Schmerz darstellt, können in einer Hypnotherapie diese beiden sich in einer Interdependenz befindenden Aspekte behandelt werden. Der Workshop besteht aus theoretischen Überlegungen, Demonstrationen und dem Anwenden der Methode in Kleingruppen.

WS 30

Hypnose für Psychohygiene und Resilienz

Dr. med. Corinne Marti Häusler, FMH Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Interaktiver Workshop mit Inputs der Referentin sowie Austausch, Sammeln und Üben von nützlichen hypnotischen Strategien, um herausfordernden Situationen auf möglichst hilfreiche und sinnvolle Art zu begegnen, sowohl im Privatleben wie auch im Praxisalltag. ( Umgang mit Stress und Krankheiten, schwierigen Lebensereignissen, Übergängen).

WS 31

Selbstwert, Selbstfürsorge und Hypnose

Dipl. Psych. Karl G. Möck, Psychologischer Psychotherapeut

Akute Verletzungen des Selbstwertes (Trennung, Kündigung, Erkrankung) sind die häufigsten Anlässe zur Aufnahme einer Psychotherapie. Nicht nur in der tiefenpsychologischen Bearbeitung wird erkennbar, dass Brüche im Fundament des Selbstwertgefühls biographisch weit zurückreichen und mit der Ausbildung depressiver oder angstgefärbter Symptomatik hoch korrelieren. Der Moment der Krise ist nur scheinbar ungünstig zur heilsamen Bearbeitung dieser alten Verletzungen, kann doch gerade die sie als Ausgangspunkt für gründlichere Bearbeitung und persönliche Entwicklung therapeutisch genutzt werden. Konzepte von N. Brandon und A. Schütz kommen zur Sprache, aber auch das Konzept des Selbstmitgefühls von K. Neff, für das Pat. intellektuell meist offen, aber emotional viel schwerer zugänglich sind. Für die Bearbeitung der auslösenden biographischen Zuschreibungen wie auch zur Öffnung für den freundlicheren Umgang mit sich selbst ist natürlich Hypnotherapie als erlebnisorientierte Therapieform hochwirksam und kognitionspsychologischen oder einsichtsorientierten Strategien in ihrer Effektivität meist überlegen oder kann diese zumindest hochwirksam unterfüttern. Aus der grossen Bandbreite an (auch Selbst-)hypnotischen Interventionen sollen mehrere in Fallvignetten exemplarisch dargestellt werden. Die Teilnehmer sind aber vor allem eingeladen, diese Wege in Kurztrancen im Gruppen- oder Einzelsetting zu erproben und so auch ein Stück Selbsterfahrung in Trance zu erleben.

WS 32

Mehrperspektivische Orientierung: Raum, Zeit, Richtung

Dr. phil, Dipl. Psych. Johannes Oehlmann

Ausgehend von einem mittleren Trancemodus mit den vertrauten Techniken aus Hypnose und Hypnotherapie arbeiten wir – und das ist das Neue an dieser Arbeitsweise – bewusst in der aufrechten Position und wenden uns dann verschiedenen Richtungen im Raum zu. Durch das sorgsame leibliche Hinwenden in die vier Richtungen entsteht ein klar strukturierter Rahmen, in dem bildhafte Prozesse durch den Kontakt zum Raum eine prägnante Kontur, gleichsam ihren stimmigen Platz finden können. »Ich kann zu mir stehen« ist hierzu eine grundlegende, wirksame Metapher. Diese kreative mehrperspektivische Arbeitsweise ist dafür geeignet, um persönliche Themen zu klären, und um innere Orientierung in der heutigen Welt zu finden. Der Workshop ist erfahrungs- und praxisorientiert.

WS 33

Kommunikation und Beziehung – Tranceinduktionen mit archaischen Metaphern

Dr. med., Dipl. Ing. Stefan Steinert

Vor dem Aufbau konstruktiver Kommunikation steht die Wahrnehmung von Beziehung und emotionaler Befindlichkeit. Hier bietet die Diagnostik der traditionellen Heilverfahren wertvolle Dienste. Im Workshop lernen wir besondere Zugangswege zum Unbewussten kennen, die als Trance-Rituale damals wesentliche Instrumente der Heilung waren. Überraschend wirksam erweisen sich archaische Bilder und Metaphern, die, tief im Menschen verwurzelt, u. . in den Schriften über die Struktur der TCM beschrieben sind. Trancen, die Bewusstsein und Körperfunktion verbinden, gelingen mit dieser Struktur leichter und verbessern die Wahrnehmungsfähigkeit im therapeutischen Prozess. Dies fördert die Motivation bei Patienten, diese Methode therapiebegleitend und zur Selbstfürsorge anzuwenden. In der TCM gibt es 5 Hauptbereiche des Unbewussten, wie innere Berater oder Egostates mit individuellen Schwächen und Stärken. Im Workshop werden wir diesmal an Hand von Fallbeispielen erleben, wie spezielle Bilder beim Aufbau von Beziehung und Kommunikation und innere Berater in geführten Trancen betrachtet und therapeutisch genutzt werden.

Samstag • 7. November 2020 Workshops Samstags

Grundausbildung für Anfänger

Grundausbildung für Anfänger

WS 34

Grundausbildung – zusätzliche Übungen

Dr. med. J. Philip Zindel, Dr. med. Bettina Kleeb, Dr. med. dent. Ute Stein, Dr. med. Eva Albermann (Assistentin)

Vertiefung und Üben des am Donnerstag und Freitag Gelernten. Nachdem die Kurs 1 und 2 (WS1 und WS17) nur je 5 Stunden statt 8 dauern, müssen mit diesen zusätzlichen Übungen zusammen mit den Veranstaltungen im Plenum die restlichen 6 Stunden absolviert werden, die für den Fähigkeitsausweis gefordert sind. Die anschliessenden Grundkurse 3 und 4 werden am 26./27. März 2021 in Balsthal durchgeführt, wofür Sie sich am Seminar gleich anmelden und einen Platz reservieren können.

Workshops 
für Fortgeschrittene

Bitte die Workshopnummern 1., 2. und 3. Wahl pro Tag in die Anmeldekarte eintragen

Workshops für Fortgeschrittene

WS 35

PET, weit mehr als seine Klopftechnik

Dr. med. Michael Bohne

Emotionaler Stress und traumatische Erinnerungen stecken im Körper fest. Somit kommt man nicht umhin, den Körper bei der Überwindung solcher Symptome mit einzubeziehen. Deshalb sind die sog. Klopftechniken äusserst interessant für die Psycho- und Traumatherapie. Sie zeichnen sich durch eine enorme Geschwindigkeit bei emotionalen Veränderungsprozessen aus. Aber Klopfen allein reicht nicht, genauso, wie Reden alleine nicht reicht. Durch die Entde-ckung der Big Five Lösungsblockaden in der PEP (Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie) konnte eine dezidierte Arbeit an Blockaden entwickelt werden, die im präfrontalen Kortex organisiert sind. Es wurde deutlich, dass es sich bei den Big Five Lösungsblockaden um ubiquitär vorkommende anthropologische Phänomene handelt. Auch wird auf das Phänomen des Symptoms als letzter Zeuge eingegangen. Die phänomenologische Benennung dieser zutiefst menschlichen Aspekte ermöglicht eine Würdigung des individuellen Leids. Mittels des Kognitions-Kongruenz-Tests (KKT) können unbewusste Aspekte, wie z. . Loyalitäten aufgespürt und transformiert werden. Danach kann eine lösungs- und ressourcenorientierte Bearbeitung noch besser greifen. Letztendlich stellt ein dezidiertes, strukturiertes Selbstwerttraining in der PEP ein Kernstück dar, um das psychische Immunsystem zu stärken. Nach einem Input zu PEP sollen einige Live Demos gemacht werden, um die dezidierte Arbeitsweise von PEP vorzustellen.

WS 36

Workshop Hypnose in der Literatur; Teil B (Weiterführung des WS 21) George du Maurier: Trilby (Erstausgabe 1884) Englisch (Oxford World’s Classic) Deutsch von Margarete Jacobi Erstausgabe 1885 (Hofenberg)

Dr. med. Marcel Bühler

Als hypnotherapeutisch Tätige sind wir immer wieder konfrontiert mit Vorstellungen und Meinungen über Hypnose, die unsere Arbeit nicht immer einfach machen. In den Ausbildungs-Curricula und Lehrbüchern wird der Geschichte der Hypnose eine mehr oder weniger grosse Bedeutung zugemessen. Am Beispiel von drei Erzählungen (zwei auf Deutsch, eine auf Englisch) soll versucht werden, die hypnotischen Phänomene, die gegenseitigen Erwartungen von Hypnotiseur und Hypnotisand, die Bedeutung von Macht und Ohnmacht, mögliche Gefahren und Risiken für Hypnotisand und Hypnotiseur zu reflektieren. Was können wir aus der Belletristik über das Wesen der Hypnose in der heutigen Zeit lernen und in unserer Tätigkeit anwenden? Teil A und Teil B gehören zusammen.

WS 37

Ideomotorische Phänomene – Zugang zum Potential des sog. Unbewussten

Dr. med. Hansjörg Ebell

In unserem Kulturkreis gilt Kopfnicken als »Ja« bzw. Zustimmung, Kopfschütteln als »Nein« bzw. Ablehnung und das Hochziehen einer Schulter als »Jein« bzw. Ausdruck von Ambivalenz. In Hypnose und Selbsthypnose können ähnliche Signale verwendet und kreativ variiert werden. Dies kann vielfältigen Zielen dienen: z. . um angemessene Therapieziele zu definieren, Ressourcen zu identifizieren wie auch sog. Widerstände zu verorten und ggf. überwinden zu helfen. In diesem Seminar: Fingersignale (David Cheek: »a very personal exchange in which therapist and client – ‘we are of the same kind’ – join each other in their efforts to achieve necessary changes in the ’here and now’ by tapping subconscious resources«) und andere ideomotorische Phänomene – gemäss Interessen und Arbeitsbereichen der Teilnehmer. Diese »Technik« kann Neugier auf bzw. Vertrauen in Trance-Erfahrungen fördern und eine kooperative Arbeitsbeziehung zwischen TherapeutIn und KlientIn schaffen und gestalten.

WS 38

Was Sie immer schon über Hypnose wissen wollten

Dr., Dipl-Psych. Hans-Christian Kossak

Es gibt immer noch Vorurteile gegenüber Hypnose, die bei Patienten zu Fehlannahmen zur Hypnose-Wirkungen oder sogar zu Ängsten führen. Im Seminar werden dazu anhand von drei Themen umfangreiche Erklärungen aus der Ethologie, Wahrnehmungsforschung, Neuropsychologie und Hypnoseforschung gegeben. Natürlich werden alle Fragen zur Hypnose beantwortet und diskutiert. Zahlreiche und sehr seltene Bilddokumente dazu: Angst vor dem Hypnoseblick? Dazu wissenschaftliche Erklärungen – von unseren Urahnen bis heute. Tierhypnose: Ob die Schlange das Kaninchen hypnotisiert? Wie Pawlow bei seinen Experimenten auf die Hypnose kam und vieles mehr. Hypnose im Comic: Wirkt die Hypnose-Einleitung so schnell? Gibt es Willenlosigkeit, Aggression, Altersregression, unkontrolliertes, dummes oder sogar kriminelles Verhalten in Trance?

WS 39

Hypnose musikalisch? Ein musikalischer Workshop ohne akustische Musik

Dr. med. Carlo Lang

Für diesen Workshop braucht es Freude an Musik. Es ist keinerlei musikalische Ausbildung notwendig. Aus meinen musikalischen Erfahrungen und Konzepten werde ich verschiedene Wege und Möglichkeiten vorschlagen. In der Musik können verschiedene Stimmen gleichzeitig sprechen. An welche Musik erinnert dich die Stimme deines Gegenübers? Wie möchtest du die Hypnose »musikalisch« gestalten? In diesem Workshop geht es darum, die eigene Erfahrung und Vorstellung von Musik hypnotisch anzuwenden. Soll diese Hypnose eher melodiös oder rhythmisch verlaufen? Eher Dur oder eher Moll? Symphonisch, Pop-Song, Kinderlied oder frei improvisiert? Die Teilnehmer wählen ihr Vorgehen nach ihren eigenen Vorstellungen und Erfahrungen aus und üben in Zweiergruppen. Ihr Gegenüber gibt ihnen Anregungen und Impulse, wie sie ihr hypno-musikalisches Konzept verwirklichen wollen. Sie lassen sich inspirieren und experimentieren dabei. Im Plenum werden dann die Erfahrungen ausgetauscht. Der Workshop ist für alle, Anfänger, Fortgeschrittene und maximal 2 Koryphäen.

WS 40

Lachen ohne Grund (Prinzip und Praktikum) und mit Lächeln Kombinierte Kurz-Hypnosen zum Selbstgebrauch

Dr. med. und Molekularbiologin 
Simone E. Nunes-Düby

Einführung in die Prinzipien und das Praktizieren des sog. »Lach-Yoga« als eine Art Gruppenhypnose zur mentalen Entspannung, Stress Reduktion und befreiendem Wohlgefühl. Lachen und Lächeln rufen wesentliche physiologische Veränderungen im Körper hervor, die sich positiv auf Gemüt und Gesundheit auswirken (inklusive Heben der emotionalen Stimmung durch Freisetzung und Erhöhung der Endorphine und des Serotonins. Tonus-Steigerung des Parasympathikus und Tonus-Verminderung des Sympathikus). Diese Veränderungen werden aus der medizinischen Literatur zusammengefasst und kurz erläutert. Im Weiteren wird gezeigt, wie Lächeln in fast jede Hypnose eingebaut werden kann und die Hypnose vertieft. Wir üben ein paar ganz kurze Selbst-Hypnose Methoden (u. . Augenrollen nach Spiegel, Hand-Puls Technik), kombiniert mit Lächeln. Und es wird viel gelacht!

WS 41

Berichte vom Trauma – Die Kultur der First Responder

Rojas Fee, freiberufliche Trainerin, Psychotherapeutin und Coach

In diesem Workshop geht es zum einen darum, die Kultur und den Lebensraum derer vorzustellen, die über traumatische Lebenssituationen berichteten: die Journalisten – und zum anderen möchte ich Parallelen zwischen der Welt der Journalisten und der Welt der Therapeuten aufzeigen. Beide Berufsgruppen begeben sich in die Welt der Menschen, die beschädigt wurden. Beide arbeiten mit den Erinnerungen der Klienten. Beide Berufsgruppen gehen das Risiko der sekundären Traumatisierung ein. Bei der sekundären Traumatisierung von First Respondern geht es um eine problemtranceartige Verengung der Wahrnehmung, die zu einer psychophysiologischen Reaktion führt, unter der die Betroffenen häufig sehr leiden. Verschiedene Trancephänomene, wie z. . eine Altersregression können auftreten. Die hypnotherapeutischen Brille ermöglicht, die Infektion an dem Trauma der anderen und die Überwindung der sekundären Traumatisierung zu verstehen und zu verändern. Ich möchte aus meiner langjährigen Praxis aus der Arbeit mit Journalisten im Einzelcoaching und in Gruppen berichten und Methoden vorstellen, die vor sekundärer Traumatisierung schützen. Dies kann auch für Therapeuten erhellend sein, denn bisweilen wird durch den Blick auf das Fremde das Eigene verständlicher.

WS 42

Spiele, Räume und Ressourcen

Dr. med. Alexandra B. Rosmus

Jeder Mensch – Ratsuchender und Therapeut – besitzt ein riesiges kreatives Potential, oft verschüttet oder ungenutzt. Dieser Workshop soll neue Spiel-Räume öffnen, zum Ausprobieren ermutigen und zur inneren Balance beitragen. Die Beziehung zwischen innerem und äusserem Raum wird auch in der Bewegung direkt erfahrbar. Als Einstieg eignen sich Bälle, um uns auf uns selber, unser Gegenüber oder die Gruppe einzuschwingen und zu fokussieren – auf ganz entspannte Weise. In Verbindung mit weiteren Elementen und Sinnesqualitäten erweitern wir die Möglichkeiten unseres eigenen Leading+Pacing und lassen uns überraschen. In vielen kleinen Übungen, ergänzt durch Gruppentrancen, entdecken wir neue Spielformen und Geschichten für unseren Alltag.

WS 43

Hypnose im Film

Dr. med. Heinz Rüegg

Wie in den vergangenen Jahren sehen wir uns einen Kinofilm an, bei dem Hypnose eine zentrale Bedeutung spielt. Auf unterhaltsame und spannende Art und Weise erfahren wir so etwas über die Ängste und Erwartungen, welche unsere Klienten mit der Hypnose verbinden.

WS 44

»Wackle zurück zu Dir«

Dr. med. Martin Schmid

In diesem Workshop lernen sie einen Gegenstand kennen, der ihnen und ihren Patienten anschaulich und hypnotisch eine zentrale therapeutische Botschaft vermittelt. Sie werden überrascht in einem Trance auslösenden Moment eine einfache Wahrheit erkennen: Wenn du etwas auf Deine Art machst, wenn du auf Dich vertraust, geht es leichter! Dieser Aha-Effekt macht es möglich uns für unsere Bedürfnisse zu öffnen und führt uns zu unserem verkörperten Selbst. Wir begreifen wie wichtig es ist uns selbst wahrzunehmen und auf uns zu hören. Als Anker kann dieser Gegenstand uns durch einen Veränderungsprozess begleiten, indem wir uns immer wieder die Frage stellen: Bin ich »mit« und »für« mich oder »gegen« mich? Und wir lernen in zunehmenden Mass uns selbst zu vertrauen!

WS 45

»Walkshop – eine hypnotische Wanderung«

Dr. med. Hans Wehrli, Dr. med. Edy Riesen, Matthias Kofmehl (Horn)

»… Du besteigst den Squaw Peak und hast von allem eine neue Sicht ..« so schickte Milton H. Erickson die Rat Suchenden auf den Weg.

Nicht immer muss der Seminarraum-Stuhl die Verbindung zur Erde darstellen. Auch Wiese, Erde, Wurzeln, Stein, Asphalt vielleicht sogar Schnee unter den Füssen können nicht nur die physische Basis einer langen, tiefen, Trance, sondern auch nachhaltiger hypnotischer Lernerfahrungen sein. Wir wandern durch den weiteren Lebensraum unseres Seminars und sind offen für Neues. Trance in Bewegung und gleichzeitig im Austausch mit den Urkräften von Natur und Kunst bringt uns in Kontakt mit einer tiefen Seite in uns, lässt uns das Prozesshafte erleben und führt uns zurück zum Einfachen und Fundamentalen, welches vielleicht auch im Sprechzimmer wieder vermehrt Grundlage für kreatives Arbeiten sein kann. Wie das Leben, findet der Walkshop bei jeder Witterung statt. Entsprechende Kleider, Schuhe, aber auch Geländegängigkeit und genügend Atem für ein paar Höhenmeter sind von Vorteil.

WS 46

Hypnotisches Loslassen bei verletzlichem Narzissums, Borderline- und Essstörungen

Dr. med. Christian Ziegler

Bereits Jean Piaget bezeichnete Loslassen (Dezentrieren), leicht paradoxer Weise, als Weg zu sich selbst. Hypnotische Techniken wie sanfte Überraschung, dem Unbewussten vertrauen oder sich selbst Beachtung schenken, helfen, die innere Leere zuzulassen, als Voraussetzung, um sich danach wieder spüren zu lernen. In sich eine Heimat finden ist eine starke Sehnsucht dieser Patienten. Dafür müssen sie irreale Befürchtungen und frühere Verletzungen bearbeiten können. Im Workshop erfahren und üben wir zwei hypnotische Trancen, welche über innere Bestätigung mehr Wohlbefinden schenken. Die Persönlichkeitstheorie von Rainer Sachse mit der Unterscheidung zwischen Spiel- und Bedürfnisebene ist uns dabei eine nicht-manipulative Begleiterin.